Planen in Szenarien – und der Weg zum besseren Cash Flow

Fußgängerüberweg

Machen Sie sich auf den Weg vom GOP zum Cash Flow

Gemeinsam mit meinem Kollegen Martin Schaffer (GF Kohl & Partner Wien) werde ich mich beim ÖHV-Kongress auf die Suche nach dem Leck zwischen GOP und Cash Flow begeben. Hier schon ein kleiner Vorgeschmack auf unseren Vortrag:

Die Situation vieler Betriebe in der Hotellerie ist häufig geprägt von mangelndem Denken in wirtschaftlichen Szenarien und Kenntnis der eigenen finanziellen Ergebnisse. Kostenseitig können meist kaum noch Einsparungen vorgenommen werden, man befindet sich am unteren Ende. So gilt es gerade in Zeiten sinkender Deckungsbeiträge (und Umsätze) die Produktivität zu steigern um die Erträge zu maximieren. Während die betreibergeführte Hotellerie mit den Instrumenten wie Liquditätsplanung und Forecasts in verschiedenen Szenarien sehr gut vertraut ist, ist in zahlreichen familiengeführten Hotelbetrieben wenig Kenntnis für die Notwendigkeit solcher Planungen vorhanden.

Die G & V und die Zusammensetzung eines GOPs (= gross operating profit) ist den meisten Unternehmern bekannt, was aber dann fehlt ist das Verständnis für die Bilanz. Häufig fehlt Verständnis (und die Kenntnis dafür), wie man vom GOP zum Cash Flow kommt.

Gesunder GOP, aber kein Geld am Konto ?

Der GOP hat einen wesentlichen Einfluss auf mögliche künftige Finanzierungen aber auch den Ausschöpfungsgrad der bestehenden Rahmenvereinbarungen.
„Der GOP ist zwar „gesund“ trotzdem ist kein Geld in der Kassa.“ „ Wo ist mein Gewinn hin?“, „Was passiert damit?“ Solche und ähnliche Fragen werden mir oft gestellt.

Diese fehlende Kenntnis sollte nicht dadurch kaschiert werden, die Planung einfach dem Steuerberater zu übertragen oder zu warten, bis sich die Bank meldet, da der Rahmen am Girokonto wieder ausgeschöpft ist. Eine zeitgerechte Planung der Kosten nach GOP sollte demnach zur Selbstveständlichkeiten werden, wie es in vielen Betrieben die operative Planung bereits ist.

Wie kommt es vom GOP zum Cash Flow?

Der Cash Flow ist die beste Kennzahl, um die Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens zu beurteilen. Der Cash Flow zeigt, ob die selbst erarbeiteten Mittel ausreichen, um die Existenz des Unternehmens langfristig zu sichern. Er berechnet sich im Unternehmeralltag aus dem Jahresgewinn vor Steuern plus Abschreibungen. Betriebswirtschaftlich exakt müssten auch noch Veränderungen bei den Reserven, Rückstellungen, Rücklagen, betriebsfremden Erträgen bzw. Aufwänden und Privatenentnahmen eingerechnet werden.

Bei der Planung des freien Cash Flows, der zur Tilgung des Fremdkapitals, bzw. für neue Investitionen zur Verfügung stehen sollte, gilt die dringende Empfehlung, Positionen wie das zeitgerechte Bilden von FF&E Reserven (Instandhaltungsrücklagen), Ertragssteuern, eventuelle Mieten oder Pachtzahlungen und natürlich die Privatentnahmen oder Zahlungen von Managementfee nicht zu vergessen.

Die Prognose des freien Cash Flows dient auch Banken dazu, zu beurteilen, welche Schuldenlast ein Unternehmen fähig ist zu tragen – aber auch dem Unternehmer zu evaluieren welche Investitionen aus den eignen Ergebnissen getätigt werden können.
Ein wirtschaftlicher Erfolg sowohl für Eigentümer als auch für Investoren ist nur möglich, wenn die Unternehmen sowohl operativ positiv wirtschaften, als auch für die entsprechende Liquidität sorgen.

Mehr zu diesem Thema gibt´s live beim ÖHV-Kongress, der von 18. – 20. Jänner 2010 in Zell am See stattfindet.

6. Januar | 0 Kommentare