Der Preis ist heiss !

Das Thema „Preis“ in der Hotellerie ist nach wie vor ein heisses. Kürzlich wurde beim Tourismusgipfel auf der „Hohen Mut“ in Obergurgl kräftig diskutiert. Hochkarätige Teilnehmer der Diskussion waren sich einig: „Verschleudern bringt nichts.“
Wie in einem Bericht der Salzburger Nachrichten zu lesen ist, meinte zb. Oskar Hinteregger – bei der Österreich Werbung für den deutschen Markt zuständig – dass es die meisten Unternehmen wirtschaftlich nicht schaffen, wenn sie mit dem Preis runtergehen. Da kann ich ihm nur zustimmen. Hinteregger warnt zudem davor, Qualität zu billig zu verkaufen und weist darauf hin, dass Halbpensionen in Österreich einem Galadinner gleichen. Was kostet das Frühstücksbuffet ?

Nur was kostet so ein Galadinner, bzw. eine Halbpension in einem klassischen 4-Stern Ferienhotel eigentlich wirklich? Welcher Umsatzanteil aus dem Package-Preis müsste in Wahrheit der Küche zugeordnet werden und wie viel bleibt dann (bei niedrigen Preisen) tatsächlich noch für die Nächtigung, bzw. zum Abdecken der restlichen Kosten übrig?

Unsere Benchmarks zeigen folgendes Bild:
Der Wareneinsatz Speisen beträgt zwischen € 9,90 und € 11,20 pro Nächtigung. Davon entfallen auf das Frühstück zwischen € 2,40 und € 2,80 an Wareneinsatzkosten und auf das Abendessen zwischen € 7,50 und € 8,40 reine Wareneinsatzkosten pro Nächtigung. Nach oben gibt es kaum Grenzen.
Um eine „ehrliche“ Umsatzzuordnung zu erzielen, sollten nun rund € 30,– aus dem Package-Preis (Nächtigung inkl. Halbpension) dem Küchenerlös zugeordnet werden. Doch was bleibt dann noch für den Logiserlös? Bei vielen Hotelangeboten, die täglich in Form von Newslettern bei mir eintreffen, würde dies sogar einen Minus-Erlös in der Abteilung Beherbergung bedeuten.

Mein Tipp: Schauen Sie der Wahrheit in Augen und teilen Sie ihre Erlöse ehrlich auf. Vielleicht fällt es so leichter, Mut zum Preis zu haben. Qualität kostet nun mal Geld. Der Gast ist allerdings auch bereit, für Qualität zu bezahlen. Oder um es mit den Worten von Rudolf Tucek – Vorstandsvorsitzender der Vienna International Hotelmanagement AG – der Preissekungen als Marketinginstrument als durchaus legitim ansieht, zu sagen: „Wenn Preisreduktion aber nicht zu mehr Umsatz führt, dann hat man überzogen.“ Zumal der Kunde keine Wahrnehmung für Dankbarkeit für einen billigeren Preis hat, meint Tucek und fügt auch noch an: „Wenn er deshalb weniger Wurst am Frühstücksbuffet hat, jammer er.“
Seien wir doch mal ehrlich, wie geht´s uns denn selbst ? Der Ärger über schlechte Qualität währt länger, als die kurze Freude am niedrigen Preis, oder ?

Und nicht vergessen, wer bei einem Durchschnittspreis von € 85,– pro Nächtigung inkl. Halbpension grundsätzlich 10% Preisminderung in Kauf nimmt, braucht dafür um rund 17% mehr Auslastung um das gleiche Betriebsergebnis zu erzielen. Dies sind rund 528 zusätzliche Buchungen, wenn wir davon ausgehen, dass eine Buchung immer für zwei Personen und für eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von drei Tagen passiert.

23. November | 0 Kommentare