Reden wir Deutsch! (1) Begriffe, Abkürzungen, Schlagwörter im Hotel-Controlling-Dschungel

ABCKennen Sie das Gefühl? Sie unterhalten sich mit jemandem und der wirft mit Spezialaudrücken nur so um sich ? Mir erging es so, als ich vor einigen Jahren an der Cornell University in Amerika war. „Planning for Profits“ war das Thema, ich erinnere mich noch ganz genau. Jede Woche ein anderer Professor, jede Woche ein anderer Slang und natürlich jede Woche andere Abkürzungen, Schlagwörter und Spezial-Begriffe…

Auch in unserer „Hotel-Sprache“ dominieren mittlerweile diese Abkürzungen. Aus diesem Grund leistet „Rotsift“ heute Aufklärungsarbeit:

In der Abteilung Logis, bzw. an der Rezeption hört man gerne Dinge wie:

ADR
Average Daily Rate = ist nichts anderes als Ihr täglicher Durschnittspreis Logis. Das heißt, der tägliche Netto/Netto Logiserlös (ohne Halbpension, exkl. Ust.) pro verkauftem Zimmer. In der Ferienhotellerie wird dieser auch gerne pro verkauftem Bett gerechnet.

OCC
Occupancy = die Auslastung Ihres Hauses – meist in Prozent-Werten dargestellt. Dieser Wert errechnet sich ganz einfach, nämlich:
Belegte Betten / verfügbare Betten x 100
Und schon haben Sie, sollte Ihr Front-Office-Programm mal nicht funktionieren, die Auslastung Ihres Hauses in %.

REVPAR
Revenue per available room = der Umsatz pro verfügbarem Zimmer. Unter „Umsatz“ verstehen wir Controller auch hier wieder nur den Netto/Netto Logis-Erlös, das heisst ohne Halbpension und Ust.
Der REVPAR ist, wenn Sie so wollen, meine „Lieblings-Kennzahl“. Warum ? Die Hebel für den REVPAR sind Auslastung und Preis. Im Unterschied zum Durchschnittspreis, dieser Wert sagt nämlich nichts über Ihre Auslastung aus. Rühmt sich ein Kollege mal mit seinem hohen Durchschnittspreis, könnte unter Umständen die Auslastung in seinem Hotel im Keller sein. Hat er allerdings einen hohen REVPAR, darf er durchaus mit Recht stolz sein. Denn ein hoher REVPAR kommt nur durch hohe Auslastung und hohen Preis zustande.

Schön, zu wissen, was diese Abkürzungen bedeuten. Noch schöner zu erkennen, was die Zahl dahinter aussagt. Die Interpretation von Kennzahlen. Das ist wieder ein anderes, gar nicht unspannendes Thema, das im Rotstift-Blog sicher demnächst mal behandelt wird.

3. September | 0 Kommentare