Abteilungsergebnisse im Hotel (1) – oder alles in einen Topf ?

Die Frage, ob in einem Hotel mit Profit- und Cost-Center gearbeitet werden soll, stellt sich immer öfter. Viele Fragen ergeben sich aus genau dieser einen Frage:

Muster-Auswertung KER nach Abteilungen

  • Ab welcher Größenordnung von Hotel, oder Umsatz im Hotel ist es sinnvoll, sich mit Kostenstellen, bzw. Profit- und Cost-Center auseinander zu setzen ?
  • Gibt es Grundsätzliches dabei zu beachten ?

Gerade nach Erscheinen der 2. Auflage des Buches STAHR Standard der Abrechnung für Hotels und Restaurants, ist es mir ein Anliegen auf dieses Thema noch einmal detaillierter einzugehen, bzw. Ihnen von meinen Erfahrungen in den verschiedensten Hotels zu erzählen und im Zuge dessen die oben angeführten Fragen zu beantworten.

Ab welcher Größenordnung von Hotel, oder Umsatz im Hotel ist es sinnvoll, sich mit Kostenstellen, bzw. Profit- und Cost-Center auseinander zu setzen ?

Im Buch STAHR Standard für Abrechnungen für Hotels und Restaurants empfiehlt der Autor, Prof. Heinz Huber unter anderem, sich die Frage zu stellen, in welcher Relation zum Gesamtumsatz die einzelnen Erlöse in dem angedachten Profit-Center stehen. Ebenfalls sinnvoll ist, sich die Frage zu stellen, ob in dem jeweiligen Profit-Center Kosten anfallen, welche sich eindeutig zuordnen lassen, wie zb. Wäschereikosten im Profit-Center Beherbergung, oder die Kosten für die Tischwäsche im Profit-Center Verpflegung.

Eine weitere wichtige Frage, die es sich meiner Meinung nach auch noch zu stellen gilt, ist: Gibt es in der Abteilung einen Abteilungsleiter, der aufgrund eines detaillierten Abteilungsergebnisses seine Abteilung steuern und lenken kann? Genau diese Ergebnisverantwortung war in meiner Arbeit schon oft ein Grund, Profit- und Cost-Center in einem Hotel einzuführen.

Immer öfter stellen wir auch in kleineren Hotels, mit rund 50 Zimmern, oder auch in Hotels mit einem Jahres-Gesamt-Umsatz von unter € 1,0 Mio. die Finanzbuchhaltung um, auf eine Fibu mit Kostenstellen, bzw. Profit- und Cost-Center. Nicht zuletzt darum, um dem Hotelier dann anhand seiner Auswertungen nach Abteilungen auf einen Blick ein Erkennen der Potentiale in den einzelnen Abteilungen zu ermöglichen.

Unsere Erfahrung zeigt immer wieder, wenn Sie Transparenz in Ihren Auswertungen haben möchten, wenn Sie Ihren Betrieb auch über Zahlen lenken und steuern möchten, wenn Sie wissen wollen wie profitabel zb. Ihr Spa oder Ihr a la carte Restaurant ist, dass es sich dann auf alle Fälle lohnt, mit Profit- und Cost-Center bereits aus Ihrer Finanzbuchhaltung zu arbeiten.

Gibt es Grundsätzliches zu beachten ?

Die ersten Überlegungen zum Thema Profit- und Cost-Center ja oder nein, stellen sich in unserer Arbeit meist bei der Planung oder Budgetierung das erste Mal. Hier gilt es, daran zu denken, den gleichen Detaillierungsgrad, den Sie in Ihrer Finanzbuchhaltung aufweisen, auch in Ihrer Planung zu zeigen. Das heisst, wollen Sie Ihr Budget auf Profit- und Cost-Center-Ebene planen, sollte zukünftig auch Ihre Fibu die Ist-Daten auf Kostenstellenebene liefern. Ein Soll-Ist-Vergleich gemäß Ihrer detaillierten Planung wird sonst schwierig.

Aber auch eine gewisse „Gelassenheit“ möchte ich Ihnen beim Arbeiten mit Profit- und Cost-Center ans Herz legen. Meiner Ansicht nach macht es keinen Sinn, gleich zum sogenannten „Erbsenzähler“ zu werden. Ein kleines Beispiel: Nehmen wir mal die Aufwandsposition „Büromaterial“. Klar wird Büromaterial in beinah allen Profit- und Cost-Centern verbraucht. Im Profit-Center Beherbergung genau so, wie im Profit-Center Verpflegung, im Profit-Center Spa, auch im Cost-Center Marketing und auch unser Techniker braucht so dann und wann mal Papier und Bleistift. Trotz allem empfehle ich, den Aufwand für Büromaterial, oder „Betriebsmittel“, wie diese korrekt laut STAHR heissen, grundsätzlich im Cost-Center Verwaltung zu verbuchen.

Ausserdem werden die Kosten der Cost-Center laut STAHR, also Verwaltung, Marketing, Instandhaltung und Energie, ohnehin auf die Profit-Center umgelegt (meist nach einem %-Schlüssel) und somit landet ein Anteil der Kosten für diese Betriebsmittel wieder in allen Profit-Centern, die diese Kosten auch mitverursacht haben.

Die Umlage der Cost-Center laut STAHR ist jedoch ein eigenes Kapitel und für mich als langjähriger USALI-Anwender (Uniform System of Accounts for the Lodging Industry) immer wieder ein Diskussionsthema, dem ROTSTIFT sich sicher demnächst mal annehmen wird.

11. Oktober | 0 Kommentare